Macht es mich glücklich?

Zen und die Kunst des Aufräumens – Teil 1: Marie Kondō

Das Bedürfnis nach Ordnung ist groß. Marie Kondōs Ratgeber à la „Magic Cleaning“ haben sich millionenfach verkauft. Und nicht allein in Japan, wo Wohnraum besonders knapp und teuer ist. Unordnung und überladene Wohnungen empfinden viele als Stress. Minimalisten und Aufräumberater sind sich einig: Dinge, die wir nicht brauchen, fressen unsere psychische Energie und belasten uns seelisch. Dennoch fällt es den Menschen oft schwer, sich von Dingen zu trennen. Marie Kondōs Ansatz verfolgt einen emotionalen Ansatz. Ihre zentrale Frage für jedes Kleidungsstück ist: „Macht es mich glücklich?“ Das heißt, man solle möglichst nur Dinge besitzen, über die man sich freut.

Im Detail heißt das:

  1. Leeren Sie Ihren Kleiderschrank komplett.
  2. Nehmen Sie jedes einzelne Stück in die Hand und fragen Sie sich: Macht mich dieses Kleidungsstück glücklich?
  3. Kleidungsstücke, die Sie nicht zu einem klaren „ja“ bewegen, können weg.

Der nächste Schritt ist ein geeignetes Ordnungssystem. Es soll verhindern, dass wir nach einiger Zeit wieder vor demselben Problem stehen. Marie Kondōs Anspruch ist nachhaltig. Wer ihre Methode anwende, müsse anschließend nie wieder in diesem Stil ausmisten. Da künftig nur noch Dinge in die Wohnung gelangen, die einem wichtig sind. Das große Ausmisten solle möglichst auf einmal durchgeführt werden, statt häppchenweise über einen längeren Zeitraum. Denn dann besteht die Gefahr, dass parallel zum Ausmisten wieder neue unnütze Dinge in die Wohnung gelangen, die den Prozess untergraben. Dagegen erschwert eine komplett aufgeräumte, übersichtliche Wohnung, dass sich ungewollte Dinge einlagern, weil sie stören und sofort bemerkt werden.

Für die Übersichtlichkeit hat Marie Kondō u. a. platzsparende und zugleich ästhetische Falttechniken entwickelt.

Die emotionsbasierte KonMari-Methode hat ihre Mängel, denn viele Dinge, die wir besitzen, darunter Kleidungsstücke, haben eine rein oder überwiegend funktionale Seite. Erstrecht in Zeiten des Home-Office. Lieblingsjeans und Lieblingskleid klingt nachvollziehbar, aber jedes Paar Socken vor die Frage zu stellen, „Macht es mich glücklich?“, bringt diesen Ansatz an seine Grenzen. Deshalb widmen wir uns in der zweiten Folge einer etwas funktionaleren Methode.

Foto: Shutterstock


Literaturhinweise:

Marie Kondō: Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert, Rowohlt Verlag 2013 (1. Auflage); Marie Kondo: Magic Cleaning 2: Wie Wohnung und Seele aufgeräumt bleiben; Rowohlt Verlag 2014 (1. Auflage).

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