Bequem mit Stil

Kaum hat man sich gewöhnt an die Gym-is-everywhere-Fashion des Athleisure-Booms, nimmt er eine stylishe Ausfahrt: Athflow ist bequem mit Stil.

Das Tragen von Mund-Nasen-Masken erschwert die Sauerstoffzufuhr und damit das Denken und führt bisweilen zu Schwindelgefühlen. Vielleicht ein Grund, warum wir den ein oder anderen Mode-Exzess für eine Halluzination halten. An Jogginghosen und Leggins in Supermärkten, Zügen und Arztpraxen haben sich viele schon gewöhnt. Verständlich. Dank Homeoffice und Lockdown wurde die geschrumpfte Welt da draußen zu einer Verlängerung der eigenen Wohnung. Wozu schick machen, wenn das Leben nur noch zu Hause stattfindet?

Seit einiger Zeit aber hat dieser Shabby- und All-you-can-Leisure-Trend einen Twist ins Elegante genommen. Klingt paradox. Jogginghose bleibt Jogginghose, auch wenn sie mit Gold bestickt ist. Bequem und stylish? Geht das? Es sieht ganz danach aus. Der Trend heißt Athflow. Und ist quasi der Glamour-Onkel von Athleisure, also dem Trend, Freizeit- und Sportkleidung einfach im Büro oder beim Ausgehen weiter zu tragen.

Das mitschwingende Oversizing verstärkte den Exzentrik-Faktor und erweckte bisweilen den Eindruck, es handle sich um Ready-for-Camping-Fashion alias Ich-hab-mein-Zelt-schon-an-Outfit. Um bei der Metapher zu bleiben: Athflow verhält sich zu Athleisure wie Glamping zu Camping. Ein Trend, der auch bei den Luxus-Marken wie Bottega Veneta und Prada angekommen ist.

Geblieben ist von Athleisure eigentlich nur der Tragekomfort: das Weite, Luftige, Bequeme, Weiche. Ansonsten tragen die Athflow-Jüngerinnen nichts, was billig oder nach Sportplatz aussieht. Konkret: Rollkragenpullover, edle Strickpullover (auch Rippstrick), -jacken (Cardigans) und -kleider, Baggy-Hosen und Hosen mit XXL-Schnitt, an den Füßen, Sneaker, klobige Boots oder Stiefeletten. Flow steht übrigens für Fließen. Und genau das tut diese Mode. Sie umfließt den Körper in warmen Farben und weichen Materialien. Sollte jemals wieder ein Büroalltag à la 5-Tage-Woche eintreten, wird sich laut Experten so manche Firma auf eine Casual Week einstellen müssen – oder warten, bis der Trend vorbei ist.

Foto: Shutterstock

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