Wer holt Mode-Gold?

Bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo wird die Skipiste zum Catwalk und Athleten zu Models.

Mit Sport haben die Olympischen Spiele schon lange nichts mehr zu tun. Vielmehr sind sie ein groß angelegtes Werbe-Event für Sponsoren. Immerhin taugen 400-Meter-Bahn und Skipiste noch als verlängerter Laufsteg für Modekreationen. Allemal interessanter als die sportlichen Wettbewerbe bei den aktuellen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo (6.-22. Februar) sind die textilen Hüllen der Sportler.

Das englischsprachige Online-Magazine Hypebeast wählte kürzlich die schickesten Team-Outfits unter den teilnehmenden Nationen und betonte vor allem die nie dagewesene Überschneidung von Ästhetik und Funktionalität. Beteiligt sind neben Big Playern der Branche wie Adidas, Lululemon, Ralph Lauren und Uniqlo auch hierzulande etwas weniger bekannte Marken wie 66° North (Island), Le Coq Sportif (Frankreich), Goyol Cashmere (Mongolei) und Kathmandu – KMD (Neuseeland).

Gerade die mongolische Team-Bekleidung erinnert stark an Tracht ohne jedoch „hinterwäldlerisch“ zu wirken, wie so oft bei Tracht. „Die Mongolei behauptet sich weiterhin als ‘bestgekleidetes Land’. Dabei stützt sie sich auf ihr Erbe als weltweit führender Kaschmir-Produzent. Die Goyol-Kollektion überzeugt durch aufwendige, handgestickte traditionelle Muster (Ulzii) und Silhouetten, inspiriert von der mongolischen Nationaltracht (Deel)“, heißt es bei Hypebeast. Wahrlich beeindruckend. Schöner geht’s kaum. Damit ist die Mongolei klarer Favorit für Style-Gold.

Auch die isländische Team-Ausstattung kann sich sehen lassen, wenn man etwas genauer hinsieht: Sie ist so schnörkellos elegant wie weiß und dürfte im Schnee wenig auffallen. Dabei hebt sie sich wohltuend ab von optischen Amokläufern wie Team Germany, das sich mit ihrem Poncho (Was hat man nur geraucht in Herzogenaurach?) und ihren Seppel-Hüten zielsicher auf den letzten Platz im Geschmacksranking navigiert („Germany: zero points!“).

Nicht ganz so apokalyptisch, aber immer noch schlimm sind teilweise die Outfits der Sportler der USA (einige Entwürfe erinnern an Fototapeten bzw. T-Shirts mit großflächigem Fotoaufdruck) und Kanadas, sowie der freiwilligen Helfer, ausgestattet von Salomon. Modisch zu punkten versteht auch das Team Frankreich: Creme-weiße Skianzüge mit hellblauen Streifen und Punkten und vier großen Taschen. Da hat so manche Medaille drin Platz. Wenn das keine Ansage ist.

Foto: Shutterstock
 


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