Harry, hol schon mal das Deo

Schwitzen ist vielen Menschen peinlich. Mit Deo allein ist es selten getan. Doch es gibt viele Ansätze, die Schweißproduktion in den Griff zu bekommen.

Fernsehkommissar Derrick hatte offenbar keine Schwitzprobleme. Sonst hätte er seinen Assistenten Harry Klein vor dem Einsatz erst mal ein Deo holen lassen. Nicht auszumalen, die blasierten Mienen der Zeugen und Verdächtigen in den noblen Vororten angesichts von Schwitzflecken auf Derricks Hemd oder gar Sakko …

Grundsätzlich: Schwitzen ist keine Krankheit, sondern eine natürliche und äußerst nützliche Körperfunktion gegen Überhitzung, quasi Teil der menschlichen Klimaanlage. Viele Mit-Tiere würden uns darum beneiden. Hunde beispielsweise müssen eine Überhitzung mühsam über ihre heraushängende Zunge ausgleichen. Andererseits wird Schwitzen als unangenehm empfunden, besonders wenn es auf der Kleidung sichtbar ist oder – schlimmer noch – riecht. Dabei ist Schweiß an sich geruchsneutral. Erst durch die Zersetzung von Bakterien, die sich im wärmeren Milieu vermehren, erhält er seine charismatische, nasenrümpfige Duftnote. Ganz verhindern lässt sich Schweißbildung nicht, aber zumindest gibt es Möglichkeiten, deren unerwünschte Erscheinungsformen einzudämmen.

Die Deo-Hersteller begegnen dem Problem mit ständig neuen und verbesserten Zauberformeln, werben mal mit bestimmten Inhaltsstoffen (Silberionen etc.), mal mit der Abwesenheit anderer (Aluminium etc.). Und versprechen gleich noch Schutz für 24 Stunden, bisweilen gar 48 Stunden. Offenbar für Super-busy-Menschen, die zwei volle Tage lang keine Zeit finden, sich zu duschen oder wenigstens unter den Achseln zu waschen. Dabei verhindern Deos weniger die Schweißbildung als vielmehr die Geruchsbildung durch Schweiß. Davon unterscheiden sich sogenannte Antitranspirante oder Antitranspirantien. Sie reduzieren die Schweißbildung meist mithilfe von Aluminium, das wegen potenzieller schädlicher Nebenwirkungen in Verruf geraten ist, aber durch eine neuere Studie rehabilitiert wurde. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte dennoch Bio- oder Naturkosmetika vorziehen: Sie sind meist genauso wirksam, dabei weniger gesundheitsschädlich.

Andere Stellschrauben sind zum Beispiel die Wahl atmungsaktiver Kleidung: Synthetische Textilien sind selten atmungsaktiv. Bei Anzügen erweisen sich Naturfasern wie Leinen als gute Wahl, für Hemden eignet sich neben Seide auch (aus Holz oder Bambus generierte) Viskose, deren geruchshemmende Eigenschaften und schnelleres Trocknen einen deutlichen Vorteil gegenüber Baumwolle hat.

Die Verwendung von Achselpads ist eine weitere Option bei übermäßiger Schweißbildung, mit dem Nachteil, dass dabei Müll entsteht und das richtige Anbringen von Pads etwas Übung erfordert. Aus der Abteilung Hausmittel punkten Salbei und Apfelessig. Mehrere Tassen Salbeitee am Tag verkleinern die Poren auf natürliche Weise und sorgen so dafür, dass weniger Schweiß abgesondert wird. Vergleichbar wirkt Apfelessig (wahlweise in einer Maskenmischung mit Heilerde) äußerlich angewandt, wenn er über Nacht auf die schwitzenden Körperstellen aufgetragen wird. Ein Schlitzohr wie Derrick kannte diese alten Tricks. Jede Wette.

Foto: Shutterstock
 

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