Vom Pomp zur Ironie

Als Kunst der Übertreibung ist Camp zu einer festen Größe der Modeinszenierung geworden

Im viktorianischen England zeigten sich Vorläufer der Camp-Mode in der Dandy- und Queer-Szene um Oscar Wilde. Sie verachteten die Kleinbürgermoral und nutzten Camp als in Mode verpackten Code. Mit Susan Sontags Essay Notes on Camp trat die ironische Seite von Camp in den Vordergrund, das Too-much-Prinzip. Camp eroberte Laufstege und Werbung. Auf die Spitze trieb es Designer Franco Moschino mit seiner „Anti-Mode“: ein Kleid, dessen Kragen etwa ein Dutzend echter Teddybären abschließen, ein Parfumflakon in Form eines Fensterreinigers, ein T-Shirt mit dem Aufdruck Too much irony. Auch Designer wie John Galliano, Alexander McQueen und Rei Kawakubo sorgten dafür, dass Camp in der Modewelt einen festen Platz hat. Heute mehr denn je.

Foto: Steven Meisel for Moschino

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