Oscarmode 2015

Oscar-Looks sind jedes Jahr ein Mode-Highlight. So viele opulente Roben, funkelnde Schmuckstücke, glitzernde High Heels und Clutches, kunstvolle Frisuren und raffinierte Make ups gibt es nur bei der jährlichen Preisvergabe des Goldjungen in Los Angeles zu sehen. Eine ganze Armada an Designern, Stylisten, Fitnesstrainern, Kosmetikerinnen, Make up Artists und Frisören ist im Vorfeld damit beschäftigt, den perfekten Look eines Filmstars zu kreieren – nur für diesen einen Abend. Und sehr zu unserem Vergnügen. 

Modisch gewonnen haben dieses Jahr: Gwyneth Paltrow in einer asymmetrischen Seidenkrepp-Robe mit luftiger Blütenapplikation von Ralph & Russo Couture. Die schlanke Silhouette des Kleides sah angezogen und – ohne zu viel Haut zu zeigen – trotzdem sexy aus. Der unaufgeregte Sleek-Look der Haare und das dezente Make up in Kombination mit großen Ohrhängern rundeten den Look ab. Cate Blanchett hatte ebenfalls eine gute Wahl getroffen. Das schwarze, ärmellose Kleid (Maison Margiela Couture) betonte ihre zarte Figur, das große mehrreihige Tiffany-Collier fokussierte den Halsausschnitt und setzte einen farblichen Kontrapunkt. Ihre lässige Hochsteckfrisur lenkt den Blick auf das edle Geschmeide und ließ dennoch keine Strenge aufkommen. Tom Ford und die Oscars sind immer eine sichere Bank. Glänzte letztes Jahr Gwyneth Paltrow in einer weißen statuesken Robe des Designers, so überzeugte dieses Jahr die Oscar-Nominierte Reese Witherspoon in einem schwarz-weißen Off-the-shoulder Dress von Tom Ford. Der Schnitt war figurbetont und fiel ab dem Knie weiter auf. Reese Witherspoon kombinierte dazu gekonnt zurückhaltende weisse Diamantstecker und Armband, ein dezentes Make up und ein strahlendes Lächeln. Jennifer Lopez sah in einer Robe von Elie Saab bezaubernd aus. Nur war sie leider nicht die Einzige, die sich für dieses Kleid entschieden hatte.

Julianne Moore, diesjährige Gewinnerin für die beste weibliche Hauptrolle, ist auch unter modischen Gesichtspunkten bislang immer auf der Gewinnerseite gewesen. Von ihrer cremeweißen, schulterfreien Chanel-Robe mit schwarzen Blütenapplikationen sind wir allerdings nur semi-begeistert. Zum einen ist die Taille auf die Hüfte verrutscht – egal wie schlank man ist, das sieht nie vorteilhaft aus. Auch stimmen dann die Proportionen nicht mehr und das Oberteil wirkt wie ein zu langer Pullover. Zum anderen ist Weiß bei einer blassen Rothaarigen mit Sommersprossen – trotz schwarzer Applikation am Dekolleté – ein schwieriges Unterfangen. Trotz frischem Make up mit beerenroten Lippen. Auf Schmuck und opulente Frisur wurde zugunsten der Paillettenpracht des Kleides verzichtet. Ihr strahlendes Siegerlächeln, als ihr der Oscar für ihre Rolle in „Still Alice“ überreicht wurde, reißt aber jeden modischen Fauxpas wieder heraus!

Modisch gewohnt mutig präsentierte sich Vorjahressieger Jared Leto in einem eisblauen Smoking von Givenchy mit Ansteckblume und weißen Schuhen. Zottellook inklusive Vollbart und langes offenes Haar waren ein interessanter Kontrast zum cleanen Outfit. Edel und zum Anlass passend waren die meisten Herren gekleidet. Eine Ausnahme bildete Rapper und Produzent William Adams, Künstlername will.i.am, der in Hochwasserhose und Sträflingshemd nach Los Angeles kam. Dafür zeigte sich Moderator Neil Patrick Harris im weißen „Birdman“-Gedächtnis-Schlüpfer und sorgte damit für den Outfit-Aufreger des Abends.

Alles in allem war die Oscar-Nacht ein optischer Genuss. Schwarz und Weiß sowie helle Töne dominierten die Outfits. Bei Make up und Frisuren wurde vornehme Zurückhaltung gezeigt und bis auf ein paar wenige Ausnahmen waren tiefe Einblicke und viel „Offenherzigkeit“ dieses Jahr kein Thema.

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