Feist kommt fett


Wer Frankfurts Konzerthallen kennt, der weiß, dass die runde, metallisch schimmernde Jahrhunderthalle nicht eben für Atmosphäre steht. Voller Vorfreude auf das Konzert der kanadischen Musikerin Leslie Feist und leicht reservierter Stimmung ob der Halle, zum Konzert am Donnerstagabend gefahren. Und eine wirkliche Erleuchtung erlebt: ja! Es geht. Ein einziger Mensch kann mit seiner Stimme, seiner Musik und mit seiner Präsenz auf der Bühne die ganze Stimmung im Saal beherrschen und das im positivsten Sinne. Die zierliche Sängerin mit dem braunen Stirnfransen hat ihr Publikum sanft im Griff. Sie spielt Gitarre und singt mit fester, klarer Stimme, drei Sängerinnen unterstützen sie sowie drei weitere Musiker. Sie wirkt dabei so selbstbewusst und sicher. Keine Pose, kein falsches Spiel und bereits nach den ersten Akkorden macht sich eine entspannte Stimmung breit. Als Feist zur Zugabe nur mit ihrer Gitarre, alleine wieder die Bühne betritt und unter anderen mit ausdrucksstarker Stimme „Secret hearts“ singt, liegen und sitzen die Zuhörer teilweise lächelnd und mitwippend auf dem Boden der Jahrhunderthalle. Festival-Stimmung wie beim Open Air, so kommt es mir vor, nur dass ich auf der ausgebreiteten Kaschmirjacke meines charmanten Begleiters sitze und nicht im Grüneburgpark – dank Leslie Feist bin ich ganz bei mir und die Jahrhunderthalle ist ganz weit weg! Danke, Leslie Feist!

Foto: Universal Music

 


Autor: Simone Specht   |   16. Mrz 2012   |   Frankfurt Musik

3 Kommentare

  1. Stefan

    Ganz ganz tolles Konzert! Ich wusste gar nicht, dass du auch da warst!

  2. Andreas

    Hm, ich war der mit der Kaschmirjacke im Außenbereich… 🙂

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